Koordinationsleistungen erbringen und abrechnen

In der häuslichen und ambulanten Gesundheitsversorgung gibt es einen erheblichen Koordinationsbedarf, damit Patientinnen und Patienten mit lang dauernden und komplexen Versorgungsverläufen stabil und mit guter Lebensqualität zuhause leben können. Dabei übernehmen Pflegefachpersonen mit Case/Care Management Funktionen oder klinische Pflegeexpertinnen und -experten in der Spitex massgebliche koordinative Aufgaben. Koordinationsleistungen können in komplexen und instabilen Situationen seit 2012 gemäss der Krankenpflege-Leistungsverordnung erbracht und der Krankenkasse in Rechnung gestellt werden.

Koordination – verstanden als «regeln» und «ordnen» – bezieht sich auf diejenigen Leistungen, die nötig sind, damit die diagnostischen und  therapeutischen Massnahmen in der pflegerischen Versorgung zügig, interprofessionell und interinstitutionell – d.h. über Institutionen hinweg – geplant, durchgeführt und beurteilt werden. Der Bedarf der Koordination geht primär aus dem Beratungs- und Abklärungsprozess hervor. Der Zeitaufwand ist wegen den wenig standardisierten Abläufen in der Spitex oft schwierig abzuschätzen und zu bemessen. Er muss deshalb gut begründet und die Leistungen konkret dokumentiert werden.

Dass Koordinationsbedarf besteht, wird mittlerweile kaum mehr bestritten. Aber ebenso macht der Bedarf auch deutlich, dass weitere Konzeptualisierungen notwendig sind. Gerade dies bietet der Spitex eine Chance, zugunsten einer koordinierten pflegerischen Versorgung mehr Verantwortung zu übernehmen, insbesondere wenn einheitliche Kriterien für Komplexität und Instabilität definiert werden. Dazu können das Bundesamt für Gesundheit, die Spitex-Verbände, Krankenversicherungen und die Pflegewissenschaft beitragen.

Wie Koordinationsleistungen geplant und durchgeführt werden, ist Teil der Module «Family Care», «Case Management» und «Sozialversicherungen – Patientenrecht» an der Kalaidos Fachhochschule Gesundheit. Auch ein gesamter MAS in Care Management kann absolviert werden.

Weiterführende Informationen

  • Bischofberger, I., & Rex, C. (2013). Case Management in der Spitex. Case Management, 10(3), 127-131. PDF
  • Rex, C., Giaquinta, R., & Bischofberger, I. (2013). Koordination abrechnen. Schauplatz Spitex, 19(4), 39-40. PDF
  • Verordnung des EDI über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung: www.admin.ch
  • Netzwerk Case Management: www.netzwerk-cm.ch
  • Kalaidos Fachhochschule Departement Gesundheit: www.kalaidos-fh.ch

Grundlagenliteratur

Bischofberger, I., Radvanszky, A., van Holten, K., & Jähnke, A. (2013). Berufstätigkeit und Angehörigenpflege vereinbaren. In Schweizerisches Rotes Kreuz (Hg.), Who Cares? Pflege und Solidarität in der alternden Gesellschaft (pp.162-184). Zürich: Seismo.

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