Vergütung des Pflegebedarfs

Die Pflegekosten führen bei Erkrankten und Angehörigen oft zu erheblichen finanziellen Einbussen – sowohl kurzfristig wegen Lohnausfällen wie auch langfristig wegen Lücken in der Altersvorsorge. Die soziale Sicherheit ist in der Schweiz mehrheitlich über die Erwerbsarbeit geregelt. Entsprechend ist zu bedenken, wie das Haushaltsbudget und die Finanzierung bei lang dauernder Pflege und Betreuung gesichert werden können.

Was wird vergütet?

  • Betreuungsgutschriften sind Zuschläge zum Renten bildenden Erwerbseinkommen. Sie ermöglichen Personen eine höhere Altersrente, die pflegebedürftige Angehörige mit einer mittleren oder schweren Hilflosigkeit betreuen.
  • Ergänzungsleistungen (EL) zur AHV und IV helfen dort, wo Renten und Einkommen die minimalen Lebenskosten nicht decken. Auf Ergänzungsleistungen besteht ein rechtlicher Anspruch. Sie setzen sich aus den jährlichen Leistungen, die monatlich ausbezahlt werden, sowie der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten zusammen.
  • Wenn Angehörige von EL-berechtigten Personen das Erwerbspensum reduzieren, ist im Rahmen der «Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten» ein Antrag auf Ersatz des Lohnausfalls möglich. Mit der Vergütung kann die pflegebedürftige Person ihre Angehörigen anstellen. Allenfalls gelten noch weitere Bedingungen im Wohnkanton.
  • Hilflosenentschädigung (HE) kann beantragen, wer im Alltag Hilfe benötigt (z. B. beim Essen, Aufstehen, Anziehen). Die HE ist abhängig von der bezogenen IV- oder AHV-Leistung. Sie ist aber unabhängig von Einkommen und Vermögen.
  • Das Assistenzbudget erlaubt Bezüger/innen einer Hilflosenentschädigung der IV, im eigenen Haushalt eine Person für die Alltagsunterstützung anzustellen.
  • Je nach Kanton können pflegende Angehörige für Aufgaben bei ihren kranken Familienmitgliedern von der Spitex angestellt werden.
  • Ebenfalls kantonal geregelt ist eine allfällige Pauschalentschädigung an pflegende Angehörige. In der Regel gibt es unter gewissen Bedingungen einen Frankenbetrag pro Pflegetag.

Detaillierte Informationen sind bei der AHV-Zweigstelle am Wohnsitz (www.ausgleichskasse.ch) oder unter www.ahv-iv.ch erhältlich. Beratungsangebote von Gesundheitsligen (www.geliko.ch) oder Gesundheitsorganisationen können bei der Antragstellung unterstützen.

Übersicht nach Kantonen hier


Grundlagenliteratur

Bischofberger, I., Radvanszky, A., van Holten, K., & Jähnke, A. (2013). Berufstätigkeit und Angehörigenpflege vereinbaren. In Schweizerisches Rotes Kreuz (Hg.), Who Cares? Pflege und Solidarität in der alternden Gesellschaft (pp.162-184). Zürich: Seismo.

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